Ratgeber

Fenster tauschen: Ablauf, Dauer und worauf Sie achten sollten

Ein Fenstertausch ist für die meisten Haushalte eine Sache, die man ein- oder zweimal im Leben macht. Entsprechend viele Fragen gibt es: Wann lohnt es sich überhaupt? Muss die ganze Wand auf? Wie lange ist das Haus offen? Wir machen diese Arbeit seit über 25 Jahren im Burgenland und beantworten hier die Fragen, die uns am häufigsten gestellt werden — der Reihe nach, so wie der Ablauf tatsächlich ist.

Wann lohnt sich ein Fenstertausch?

Ein Tausch lohnt sich, sobald die Fenster entweder undicht sind oder die Wärme nicht mehr halten. Zwei Anzeichen sind eindeutig: Es zieht spürbar, obwohl das Fenster geschlossen ist, und im Winter beschlagen die Scheiben innen oder bilden Kondenswasser am unteren Rahmen.

Ein drittes Anzeichen ist das Alter. Fenster aus den 1970er- und 1980er-Jahren haben meist Zweifachverglasung ohne Beschichtung. Moderne Fenster mit Dreifachverglasung lassen bei gleicher Fläche ein Vielfaches weniger Wärme durch. Wer eine Heizung erneuert oder die Fassade dämmt und die alten Fenster drinlässt, verschenkt einen erheblichen Teil der Wirkung — die Wärme sucht sich die schwächste Stelle.

Nicht immer muss es gleich das ganze Haus sein. Wenn das Geld begrenzt ist, tauschen Sie zuerst die Fenster auf der Wetterseite und in den Räumen, die Sie am meisten nutzen.

Was passiert beim Aufmaß — und warum kommt da jemand vorbei?

Beim Aufmaß wird jede Öffnung einzeln gemessen und der Einbauzustand beurteilt. Das geht nicht über Fotos, weil es nicht nur um Breite und Höhe geht, sondern um die Frage, wie die Fenster im Mauerwerk sitzen.

Gesehen wird dabei: Wie tief liegt der Rahmen in der Laibung? Gibt es eine Außendämmung, und wie dick ist sie? Wie ist die Fensterbank angeschlossen? Sitzt ein Rollladenkasten darüber, und ist er gedämmt? Gibt es Stürze, Stahlträger oder Besonderheiten, die man von außen nicht sieht?

Aus diesen Angaben entsteht die Fertigungsmaßliste. Ein Fehler hier kostet später einen ganzen Tag auf der Baustelle — deshalb messen wir selbst und übernehmen keine Maße aus alten Plänen.

Wie läuft die Montage ab?

Die Montage läuft bei jedem Fenster in der gleichen Reihenfolge: altes Fenster ausbauen, Öffnung säubern und vorbereiten, neues Fenster einsetzen und ausrichten, befestigen, abdichten, Anschlüsse herstellen, Beschläge einstellen.

Entscheidend ist dabei die Abdichtung, und zwar in drei Ebenen. Innen wird luft- und dampfdicht abgeklebt, damit keine feuchte Raumluft in den Anschluss wandert. Außen wird schlagregendicht, aber diffusionsoffen abgedichtet, damit Feuchtigkeit, die doch hineinkommt, wieder heraus kann. Dazwischen liegt die Dämmebene. Dieses Prinzip steht in der ÖNORM B 5320, der Richtlinie für den Einbau von Fenstern und Türen in Wände — wir montieren danach.

Was oft unterschätzt wird: Ein hochwertiges Fenster, das schlecht angeschlossen ist, bringt weniger als ein einfacheres Fenster, das sauber eingebaut wurde. Die Fuge entscheidet mit.

Wie lange dauert ein Fenstertausch pro Fenster?

In der Regel rechnen wir mit etwa einem halben bis einem Arbeitstag pro Fenster, wenn der Einbauzustand normal ist. Bei einem Einfamilienhaus mit zehn bis zwölf Fenstern sind das üblicherweise wenige Tage.

Länger dauert es, wenn Rollladenkästen mitgetauscht werden, wenn die Laibung ausgebessert werden muss oder wenn es sich um große Elemente wie Hebe-Schiebetüren handelt, die zu mehreren gesetzt werden müssen. Den konkreten Zeitplan bekommen Sie vor Beginn — wir sagen Ihnen, an welchem Tag welcher Raum dran ist.

Wichtig für Ihre Planung: Das Haus ist nicht tagelang offen. Wir bauen in der Regel so, dass jede geöffnete Stelle am selben Tag wieder geschlossen ist.

Was sollten Sie vor der Montage vorbereiten?

Räumen Sie die Fensterbänke frei und schaffen Sie vor jedem Fenster etwa zwei Meter Platz. Vorhänge, Jalousien, Blumenstöcke und Bilder an den angrenzenden Wänden kommen weg.

Dazu kommen drei Dinge, an die selten jemand denkt: Große Möbel sollten mindestens so weit abgerückt sein, dass man dahinter stehen kann. Empfindliche Böden werden abgedeckt — wir bringen Abdeckmaterial mit, aber gut gemeint ist, selbst auch eines zu haben. Und Haustiere gehören für die Dauer der Arbeiten in einen anderen Raum, weil Türen und Fenster offenstehen.

Wenn Sie nicht die ganze Zeit zu Hause sein können, klären Sie vorher, wer aufsperrt und wer am Ende abnimmt.

Was ist nach der Montage zu tun?

Zwei Dinge gehören gleich erledigt, zwei weitere in den folgenden Wochen.

Gleich: Gemeinsam mit dem Monteur jedes Fenster öffnen, schließen und kippen. Hakt etwas oder schließt es schwer, wird der Beschlag sofort nachgestellt — das ist in zwei Minuten erledigt und nach Monaten eine eigene Anfahrt. Und: die Unterlagen und die Pflegehinweise aufbewahren.

In den Wochen danach: Mehr lüften als bisher. Neue Fenster sind dicht, und die Feuchtigkeit, die früher durch die undichten Fugen entwich, bleibt jetzt im Raum. Wer das Lüftungsverhalten nicht umstellt, bekommt genau dort Schimmel, wo vorher keiner war. Drei- bis viermal täglich Stoßlüften für fünf bis zehn Minuten ist die einfachste Regel.

Außerdem: Die Dichtungen einmal im Jahr abwischen und mit einem Pflegemittel behandeln, die beweglichen Beschlagteile ölen. Das verlängert die Lebensdauer deutlich und kostet zehn Minuten pro Jahr.

Häufige Fragen zum Fenstertausch

Häufige Fragen zum Fenstertausch

In den meisten Fällen nicht. Beim üblichen Austausch wird das alte Fenster aus dem bestehenden Stock gelöst und das neue in dieselbe Öffnung gesetzt. Größere Eingriffe sind nur nötig, wenn die Öffnung verändert oder ein Rollladenkasten mitgetauscht wird.

Ja. Weil jede geöffnete Stelle am selben Tag wieder geschlossen wird, ist der Austausch auch in der kalten Jahreszeit möglich. Bei starkem Frost oder Dauerregen verschieben wir einzelne Tage — manche Dichtstoffe brauchen Mindesttemperaturen.

Das übernehmen wir. Die ausgebauten Elemente werden mitgenommen und fachgerecht entsorgt; Sie müssen sich darum nicht kümmern.

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