Terrassenüberdachung: Materialien, Genehmigung und Kosten im Überblick
Eine Terrassenüberdachung ist eine Entscheidung für viele Jahre, und sie wird meistens genau einmal getroffen. Dieser Beitrag geht die vier Fragen durch, die vorher geklärt sein sollten: Welches Material passt, welche Größe ist sinnvoll, was sagt das Baurecht im Burgenland, und wovon hängt der Preis ab.
Glas, Aluminium oder Holz — was ist der Unterschied?
Beim Dach stehen Glas und Aluminium zur Wahl, bei der Konstruktion Aluminium und Holz. Die Unterschiede sind einfach zu merken.
Glas lässt Licht durch — die Terrasse bleibt hell und die Räume dahinter werden nicht dunkler. Dafür sieht man Laub, Pollen und Kalkflecken, und das Dach gehört ein- bis zweimal im Jahr gereinigt. Verwendet wird Verbundsicherheitsglas, das bei Bruch nicht in Scherben herunterfällt.
Aluminium als Dach ist blickdicht, hält die Sonne vollständig ab und braucht praktisch keine Pflege. Unter dem Dach wird es dunkler, und der Raum dahinter bekommt weniger Licht.
Aluminium als Konstruktion ist formstabil, rostet nicht und wird pulverbeschichtet in jedem RAL-Farbton geliefert. Holz sieht wärmer aus, verlangt aber alle paar Jahre einen neuen Anstrich — besonders an den wetterexponierten Seiten.
Die Faustregel: Liegt hinter der Terrasse ein Wohnraum mit großen Fenstern, spricht fast alles für ein Glasdach. Liegt dahinter eine Garage oder eine fensterlose Wand, ist Aluminium die ruhigere Wahl.
Welche Größen sind üblich?
Die meisten Terrassenüberdachungen bei Einfamilienhäusern liegen zwischen etwa 12 und 30 Quadratmetern. Die gängige Tiefe liegt bei drei bis vier Metern — darunter wird es für einen Esstisch mit Stühlen eng, darüber braucht die Konstruktion deutlich stärkere Profile.
Was die Größe in der Praxis bestimmt, ist selten der Wunsch, sondern die Hauswand: Wo sitzt die Dachrinne, wo enden Fenster und Türen, wie weit reicht der Dachvorsprung des Hauses? Eine Überdachung, die unter dem bestehenden Dachvorsprung ansetzen muss, hat eine andere Höhe als eine, die davor hängt.
Ein Punkt, der oft vergessen wird: Die Neigung. Ein Dach braucht Gefälle, damit Wasser abläuft und sich kein Schmutz sammelt. Bei einer Tiefe von vier Metern bedeutet das einen spürbaren Höhenunterschied zwischen Wandanschluss und Vorderkante — das muss mit der Fensterhöhe zusammenpassen.
Wann braucht man im Burgenland eine Baubewilligung?
Im Burgenland gilt das Burgenländische Baugesetz 1997. Es kennt zwei Arten von Bauvorhaben: geringfügige nach § 16, die lediglich bei der Gemeinde angezeigt werden müssen — schriftlich, spätestens 14 Tage vor Baubeginn — und bewilligungspflichtige nach § 17, für die eine Baubewilligung nötig ist.
Als geringfügig gelten unter anderem freistehende Bauten im Bauland bis 20 m² Brutto-Grundfläche (§ 16 Abs. 3 Z 3). Eine Überdachung, die an das Haus angebaut wird, fällt nicht automatisch darunter; sie wird im Einzelfall beurteilt.
Was das für Sie heißt: Fragen Sie vor der Bestellung bei Ihrer Gemeinde nach. Sie ist die Baubehörde erster Instanz und stellt im Zweifelsfall schriftlich fest, ob ein geringfügiges Bauvorhaben vorliegt oder ein Bauverfahren durchzuführen ist (§ 16 Abs. 2). Unabhängig von dieser Frage sind immer die Abstandsvorschriften zum Nachbargrundstück und der Bebauungsplan der Gemeinde einzuhalten.
Fragen Sie früh. Die Auskunft kostet nichts und dauert selten lange — eine bereits gefertigte Überdachung umzuplanen dagegen schon.
Wovon hängt der Preis ab?
Fünf Dinge bestimmen den Preis, und keines davon lässt sich aus der Ferne beantworten:
- Die Fläche — größere Spannweiten brauchen stärkere Profile, der Preis steigt nicht linear
- Das Dachmaterial — Verbundsicherheitsglas liegt über einer Aluminium-Eindeckung
- Der Untergrund — eine tragfähige Betonplatte ist der einfache Fall; muss ein Fundament gesetzt werden, kommen Aushub und Beton dazu
- Die Ausstattung — Beschattung, Seitenwände, Beleuchtung und Steuerung sind eigene Positionen
- Die Farbe — Standard-RAL-Töne oder Sonderfarbton
Ein praktischer Rat: Lassen Sie Leerrohre für Licht und Beschattung gleich beim Bau mitlegen, auch wenn Sie beides erst später wollen. Während der Montage kostet das fast nichts, später bedeutet es eine halbe Neumontage.
Wie pflegt man eine Terrassenüberdachung?
Der Aufwand ist gering, aber nicht null. Ein Glasdach gehört ein- bis zweimal im Jahr gereinigt, am besten im Frühjahr nach der Pollenzeit und im Herbst nach dem Laubfall. Die Entwässerungsrinne und die Abläufe sollten dabei mitkontrolliert werden — ein verstopfter Ablauf ist der häufigste Grund, warum Wasser dort steht, wo es nicht soll.
Bei starkem oder nassem Schneefall gehört das Dach beobachtet und bei Bedarf abgeräumt. Dafür einen weichen Schneebesen verwenden, keine Schaufel und keinen harten Besen.
Aluminiumteile brauchen nur gelegentliches Abspritzen. Holzkonstruktionen verlangen je nach Wetterseite alle drei bis fünf Jahre einen neuen Anstrich.
Häufige Fragen zur Terrassenüberdachung
Häufige Fragen zur Terrassenüberdachung
Ja. Terrassenüberdachungen werden für die Schneelast ausgelegt, die am jeweiligen Standort zu erwarten ist; diese ist in der ÖNORM geregelt und hängt von Seehöhe und Region ab. Sparrenabstand, Profilstärke und Glasaufbau werden danach dimensioniert.
Ja, wenn die Konstruktion dafür ausgelegt ist. Am einfachsten ist es, die spätere Verglasung schon bei der Planung anzumelden — dann werden Pfosten und Entwässerung gleich passend gesetzt.
Im Hochsommer schon, wenn keine Beschattung vorhanden ist. Deshalb wird bei Glasdächern in der Regel eine Beschattung mitgeplant, die sich ausfahren lässt — damit nehmen Sie die Hitze weg und behalten das Licht.

